Hauptfigur von Tideland ist die bemitleidenswerte Jeliza-Rose (gespielt von Jodelle Farland). Aufgewachsen mit drogensüchtigen Eltern in der Hippie-Szene führt das kleine Mädchen kein beneidenswertes Leben. Gleich zu Beginn des Films stirbt ihre Mutter. Gemeinsam mit ihrem Vater Noah (Jeff Bridges), zieht sie auf eine verfallene Farm.
Dort beginnt für Jeliza-Rose erst der wahre Alptraum: Alltag für das Mädchen ist es, ihrem Vater zu helfen, sich einen Schuss zu setzen. Als sie ihn mit einem Sandwich wecken will, begreift sie nicht, dass auch er infolge einer Überdosis Heroin gestorben ist. Jeliza-Rose will den Verlust des Vaters nicht wahrhaben und behandelt die verwesende Leiche als sei ihr Vater noch lebendig. Gefangen in ihrer Einsamkeit flüchtet sie sich in immer absurdere Tagträume und spielt mit abgeschnittenen Barbieköpfen als seien dies ihre Freunde. „Aufgelockert“ wird dieses beklemmende Szenario durch Ausflüge Jeliza-Rose in die Umgebung der Farm. Dabei lernt sie die etwas undurchsichtige Dell und ihren geistig zurückgebliebenen Bruder Dickens kennen. Letzterer lebt aufgrund einer traumatischen Kindheitserfahrung wie Jeliza-Rose in einer Traumwelt. Die Beiden „verlieben“ sich ineinander, während Dell „glücklich“ mit ihrer Jugendliebe Noah zusammenlebt. Dieses bizarre Paradies, wenn man es überhaupt so nennen kann, steht auf ziemlich tönernen Füßen. Wer ein Happy-End erwartet hat, sollte lieber einen anderen Film in Betracht ziehen, denn bei einer solchen Ausgangslage geht es selten gut aus: Stattdessen explodiert ein Zug, den Dickens in die Luft gesprengt hat. Traum oder Realität, wer weiß das in Tideland so genau.